Empfindlichkeit und Aggression in der Diskussion

Kompensiert der Haudrauf-Atheist nur seine Sensibilität? Warum so empfindlich? Wer im Recht ist, steht doch über den Dingen. Vor allem, wenn diese Dinge aus atheistischer Sicht einem völlig verwirrtem Geisteszustand entspringen müssen. Oder liegt die Ursache der Aggressivität in dem Bewusstsein, mehr und mehr an Boden zu verlieren?

Ein Problem hat der Atheist definitiv. Er argumentiert vom Ich aus. Doch wie soll das Ich logisch widerspruchsfreie Aussagen über die Wirklichkeit treffen, wenn es selbst Teil dieser Wirklichkeit ist? Das Negieren von Übernatürlichem führt nicht automatisch dazu, dass das Ich logisch wahre Aussagen über die Wirklichkeit produzieren kann. Das Ich ist und bleibt ein Resultat von individuellem Prozess und Wirklichkeit. Anzunehmen, dass das Ich den Prozess seiner eigenen Entstehung logisch widerspruchsfrei beschreiben könnte, ist Unsinn.

Ist dieses logisch unsichere Fundament die Ursache für die Vehemenz der Argumentation? Wenn die Nicht-Existenz von Übernatürlichem tatsächlich zweifelsfrei zu beweisen wäre, und das deshalb, weil eine logisch widerspruchsfreie Beschreibung der Wirklichkeit ohne Übernatürliches vorliegt, dann und nur dann könnte man tatsächlich behaupten, dass der Glaube an Übernatürliches auf Unwissen gründet. Solange das nicht der Fall ist, bleibt alles wie gehabt. Unterschiedliche, nicht logisch widerspruchsfrei begründbare Aussagen stehen einander gegenüber.

Schon irgendwie kurios.