Der individuelle Blick auf die Welt als Philosophie?

Warum sollte überhaupt jemand vom Ich aus philosophieren? Das macht doch gar keinen Sinn. Was hat das vom Nervensystem produzierte Ich mit der Beschaffenheit der Wirklichkeit zu tun? Man kann das nicht einmal guten Gewissens Philosophieren nennen. Jeder kann sich vom Ich aus gesehen sein eigenes Weltbild zusammenstricken. Das ist doch kein Philosophieren. Das ist maximal ein Meinungsaustausch über individuelle Sichtweisen. Zugegeben, teilweise wurden schon sehr schöne und auch sehr eindrucksvolle Modelle erzeugt. Funktioniert haben die nie. Denn, wie gesagt, vom Ich aus philosophieren? Reichlich albern. Man könnte doch wenigstens mal das Du mit hinzunehmen. Eine Sichtweise von außen auf das Ich. Das wurde natürlich auch schon getan. Nur wie geht man mit dem Du um? Wie mit dem Ich? Dann hat man nichts gewonnen. Oder ist das Du ein Teil der Welt? Auch nichts gewonnen. Es ist etwas anderes? Das kann doch nicht sein. Lassen wir das lieber und philosophieren weiterhin vom Ich aus. Das macht auch viel mehr Spaß. Man kann so schön streiten. Beispielweise darüber, wie man überhaupt etwas von der Welt wissen kann. Wer Spaß an diesem Unsinn hat, soll das eben tun. Hat halt jeder andere Hobbys. Und bekanntermaßen erkennt man ein Hobby daran, dass mit möglichst viel Aufwand möglichst wenig Nutzen erzielt wird. Und das kann man der Philosophie der letzten Jahrhunderte wirklich nicht absprechen. Betrachten wir doch weiterhin das Ich als den Beobachter der Außenwelt. Nur sollten wir es dann nicht Philosophie nennen, sondern es vielleicht einfach nur als ganz individuelle Aussagenproduktion betrachten. Aussagen, produziert von einem Individuum, das glaubt, dass sein selbst produziertes Ich eine Art unabhängige Instanz sei. Alles sehr, sehr seltsam..

Beastie Boys, Egg Raid on Mojo, Live 1983