Die technologische Zivilisation

Technologie bezeichnet ein spezifisches gesellschaftliches Projekt, das sich, ausgehend vom Abendland, weltweit durchgesetzt hat.

 

Technologie meint hier die um Wissenschaft (logos) erweiterte Technik (techné).

 

Dieses Projekt sichert dem Menschen den instrumentellen, erfolgskontrollierten Zugriff auf Natur, auf innere und äußere.

 

Sozialbeziehungen nehmen, je stärker gesellschaftliche Subsysteme ausdifferenziert werden, umso mehr die Form von Ritualen und unhinterfragten Routinen an.

 

Dieser Prozess wird so weit vorangetrieben, dass zwischenmenschliche Beziehungen, soziale Figurationen schließlich ganz auf Maschinen übertragen werden können.

 

Technik erscheint im klassischen technik-soziologischen Ansatz noch in verdinglichter Form, als fertiges Produkt der Ingenieurstätigkeit. Der Entstehungszusammenhang und die in der Technik enthaltene Gesellschaftlichkeit sind in dieser Betrachtungsweise ausgelöscht.

 

Die Auflösung des verdinglichten Technikbegriffs wäre die erste Voraussetzung, um die gesellschaftlichen und ökonomischen Bewegungen wieder in den Bereich des menschlichen Handelns zurückzuholen.

 

Wenn in der von Subjekten produzierten Theorie die Subjektivität nicht mehr sichtbar ist, gerät diese Theorie zur "absoluten Wahrheit". Die Theorie verbirgt ihre eigene Entstehung.

 

 

(Aus: Technologische Zivilisation und transklassische Logik - Eine Einführung in die Technikphilosophie Gotthard Günthers, Gruppe „Kurt Klagenfurt“, http://www.thinkartlab.com/pkl/media/kurtk/)