Häschen, Karotten und Tierdokus

Weißer Hase trabt behände über das spielerische Feld. Ausschau haltend nach neuen Möglichkeiten. Hey Hase, warum so schnell? Keine Zeit. Gibt dem Pferd die Sporen. Schimmel. Grau. Fliegt dahin. Zuschauer verfolgen die Verfolgung von Pferd und Hase durch verfolgende Verfolger. Geländewagen und Traktoren. Graben um das spielerische Feld. Zuschauer nicht mehr zu halten. Setzen sich auf ihre mitgebrachten Kühe, Schweine, Mähdrescher. Typischer Montagmorgen. Dann wird gewechselt. Systematisch und durcheinander. Hase auf Mähdrescher, Schwein im Geländewagen, Kuh auf Traktor. Fernseher aus. Verdammte Tierdokus.

 

Entspannt die Pfoten hinter dem Kopf verschränkt, einen Grashalm kauend, liegt der weiße Hase auf einer Wiese und betrachtet die vorbeiziehenden Wolken. Lässt sich nochmal das letzte Rennen durch den Kopf gehen. War wie immer kein Problem. Immer noch genug Luft für den Endspurt. Wie lange das wohl noch so geht? Und was kommt danach?

 

Besonders die Entwicklung der einzelnen Charaktere lässt bei Tierdokus schwer zu wünschen übrig. Kaum Möglichkeiten, sich mit einer bestimmten Rolle zu identifizieren. Vielleicht andere Zielgruppe?

 

Fällt mir immer schwerer, mich zu motivieren. Möglicherweise doch ein guter Zeitpunkt auszusteigen. Geht eh nur noch um Karotten. Ist halt ein Business. Wie alles andere auch. Entertainment. Warum auch nicht? Wenn schon Showbusiness, warum dann nicht gleich richtig? Karotten und Häschen. Vielleicht gründe ich eine Produktionsfirma für Fernsehfilme. Tierdokus sollen doch im Moment sehr gefragt sein.

 


Sonic Youth, Chapel Hill, "peace, you fucking freaks"