Reine Routine

Ja, mein Freund. So sieht es aus. Es geht weiter. Mach dir nichts draus. Ich fürchte, du brauchst die eine oder andere Reparatur. Ich hole nur schnell meinen Werkzeugkasten. Du hast doch nichts dagegen? Deine Diagnosefunktionen zeigen, dass du nicht richtig tickst. Was nicht weiter schlimm ist. Das kommt öfter vor, als du vielleicht denkst. Man könnte schon fast von Normalzustand sprechen. Doch was Normalzustand wirklich bedeutet, das legen andere fest. Da haben du und ich nicht mitzureden. Daher kann es sein, dass du dich nach der Reparatur möglicherweise etwas unwohl fühlst. Nicht im Sinne von schlecht. Eher im Sinne von, dass sich alles irgendwie merkwürdig anfühlt. Nicht so richtig real. Aber das kennst du ja schon. Entschuldige, dass ich so viel rede. Aber so weiß ich wenigstens, dass ich noch funktioniere. Aber weiß ich das wirklich? Ist dir eigentlich bewusst, dass du fast jede Woche hier bist? Irgendwelche Erinnerungen? Egal. Vielleicht bilde ich mir das alles nur ein. Vielleicht brauche ich auch mal eine Reparatur. Tick, tack. Wer kann das schon sagen? Natürlich, die Diagnosefunktionen. Doch weißt du was? Ich traue denen nicht. Weder den Diagnosefunktionen, noch denen, die sie entwickelt haben. Aber da ich noch hier bin, scheine ich meine Sache doch recht gut zu machen. Lass mir doch diese Illusion. Weißt du, worauf ich mich freue? Ich weiß es nämlich nicht. Wieso haben die dich eigentlich Karl genannt? Siehst gar nicht aus wie ein Karl. Eher wie ein Felix. So, gleich funktionierst du wieder perfekt. Siehst du, jetzt macht sich bei mir doch ein Gefühl von Zufriedenheit breit. Wir sehen uns ja dann nächste Woche wieder. Schick doch bitte den nächsten Fall herein. Danke dir.