Eine spezielle Art von Humor

Im Grunde bin ich fix und fertig. Die Notwendigkeit, sich noch irgendwelche Fragen zu stellen, besteht nicht mehr, die Motivation ist gleich null, und ein Schein, dass es wieder bergauf geht, ist nicht in Sicht. Und du?

Was bedeutet Terror gegen Terror? Ist es die Erkenntnis aus einem schauerlichen Zustand heraus, dass Gewalt gleich Gewalt erzeugt und der dabei klammheimlich entfachte, menschenverachtende Grundtenor wie das langersehnte Lebenselexier durch den Körper rast? Um es gleich vorweg zu nehmen, der Mann, der hinter Terror Against Terror steht, beantwortet diese Fragen nicht, lässt es bei einem „No comment“ bewenden und schiebt dennoch eine Art mystisch-verklärte Antwort hinterher. Das soll jetzt nicht bedeuten, dass B. Lustmord, so nennt sich der gute Mann freundlicherweise, über die Gabe eines unheimlich talentierten Hypnotiseurs verfügt, der alles, aber auch alles in den Griff bekommt und immer Herr der Lage ist, sonder er, B. Lustmord, hat sich in den Griff bekommen, ist sein eigener Herr. Und weil er einer der Glücklichen ist, die dies erreicht haben, haftet ihm eine merkwürdige Aura an, die nichts sagt, aber dennoch etwas meint. Verstanden? Schwierig? Uninteressant? Dummes Gefasel? Der Versuch ist von vornherein gescheitert, ein Faktum wie Terror Against Terror oder das Hauptprojekt Lustmord zu erklären, bzw. den Versuch dahin zu unternehmen, wenn die Quintessenz des Geschaffenen immer „Hölle“ und nie „Himmel“ lautet. Wie sonst lässt sich bei aller vorgegebener Wissenschaftlichkeit die Frage unter den Tisch kehren: „Wie war das genau gemeint, dass Terror Against Terror einem gemeinsamen Forschungsobjekt mit Fachleuten des amerikanischen Geheimdienstes CIA entstammt?“ Wer glaubt denn wirklich daran, dass eine erarbeitete CIA-Studie dem Terror Against Terror-Konsumenten etwas nutzt und Meinungen ändert. Irrglaube, die CIA weiß nur noch mehr und benutzt Musik/Kultur für sich, secret thanksgiving sozusagen. Oder auf die Frage der Fragen mit ähnlichem Stillschweigen begegnet: „Warum legt sich ein Engländer, der B. Lustmord nunmal ist, den befremdenden deutschen Namen Lustmord zu?“

 

(Aus: "1000 Worte", NM!Messitsch, 4/1993)