Kommentare: 15
  • #15

    Helmut (Samstag, 30 April 2022 22:31)

    Du denkst der Negationsoperator hat nichts mit der Wirklichkeit zu tun? Da meinst du wahrscheinlich so etwas wie diese links-rechts-Gegensätze. Wobei das eine nie ohne das andere vorkommt. Dagegen behauptest du ja, dass es auch ausschließlich fiktionale Welten geben könnte. Vermutlich sind das doch verschiedene Sachverhalte. Ich fürchte, ich kann dir im Moment nicht weiterhelfen. Vielleicht später. Grüße ins Labyrinth!

  • #14

    Winfried (Samstag, 30 April 2022 22:21)

    Alles eine Frage der Gegensätze. Nehmen wir doch mal Wirklichkeit und Fiktion. Angenommen, das sind tatsächlich Gegensätze. Die berühmten zwei Seiten einer Medaille. Die Frage, die sich nun stellt, ist, wie man von der einen Seite auf die andere kommt, und selbstverständlich auch, wie man wieder zurückkommt. Obwohl, so selbstverständlich ist das gar nicht. Denn wenn man jederzeit von der einen Seite auf die andere wechseln kann, handelt es sich um einen zeitlosen Vorgang. Genaugenommen ist es nicht einmal ein Vorgang. Wer kennt schon zeitlose Vorgänge. Es ist nur ein Abstraktion. Kommt vermutlich in der Wirklichkeit gar nicht vor, so etwas. Doch wir können ja ein wenig in der abstrakten Vorstellungswelt verweilen und kommen zurück zu der Frage, wie man die Seiten wechselt. Zweifellos mittels des Negationsoperators. Damit lässt sich die Wirklichkeit verneinen zugunsten der Fiktion, und umgekehrt. Jetzt fällt mir auch wieder ein, was mir dabei so komisch vorkommt. Ich habe überhaupt kein Problem damit, rein gedanklich die Wirklichkeit zu negieren und mir eine fiktionale Welt vorzustellen. Das Problem, das ich habe, ist die andere Variante. Man konstruiert spaßeshalber eine fiktionale Welt und macht diese zum Ausgangspunkt weiterer Überlegungen. Jetzt die Frage: Wie kann ich sicher sein, dass die Negation dieser fiktionalen Welt selbst nicht wieder eine fiktionale Welt ist? Eine weitere fiktionale Welt. Mir will einfach nicht einleuchten, dass es möglich sein soll, mit derselben Negation zur Wirklichkeit zu gelangen. Das ist wirklich rätselhaft. Ich möchte nicht glauben, dass es eigentlich nur fiktionale Welten gibt. Denn das liegt hier irgendwie nahe. Möglicherweise stimmt mit dem ganzen Ansatz grundsätzlich etwas nicht. Nur was? Vermutlich ist es das, was ich schon eingangs erwähnt hatte, nämlich dass man einen abstrakten, zeitlosen Vorgang voraussetzt. Tut man das nicht, dann... Ja, was dann? Nachdenkliche Grüße!

  • #13

    Helmut (Donnerstag, 28 April 2022 21:33)

    Dazu fällt mir auch etwas ein. Es könnte aber auch sein, dass es mir aufgefallen ist, und zwar vor dem Einfall. Die Frage ist demnach, ob der Auffall vor dem Einfall kommt. Das sollte man nicht dem Zufall überlassen. Vielleicht lässt sich die Frage ganz leicht beantworten, indem wir einfach mal annehmen, dass der Einfall dem Auffall vorangeht. Ist das möglich? Das würde bedeuten, dass es eher um die Auffälligkeit des Einfalls geht. Bisher bin ich immer davon ausgegangen, dass ein Einfall sowieso auffällig ist. Gibt es Einfälle die nicht auffallen? Das könnte vorkommen bei einer Vielzahl gleichzeitiger Einfälle, wobei einige dieser Einfälle so auffällig sein müssen, dass man andere, weniger auffällige, überhaupt nicht mehr wahrnimmt. Das wären dann tatsächlich Einfälle ohne Auffall. Das macht doch irgendwie gar keinen Sinn! Ein Einfall der nicht auffällt? Ich denke an dieser Stelle können wir diese Option als unbrauchbar verwerfen. Und zwar mit der Begründung, dass Einfälle nur Einfälle sind, wenn diese auch auffallen, ansonsten haben diese zwar für sich selbst eine Existenz, jedoch nicht für uns und sind daher nicht relevant. Das ist auch ein wenig bedenklich. Denn wer weiß, wie viele ausgezeichnete Einfälle verloren gehen, nur weil sie nicht auffallen und daher für uns gar nicht als Einfall existieren? Da kann man nichts machen. Und damit zurück zu der anderen Option, bei der zuerst der Auffall kam und anschließend der Einfall. Was könnte das bedeuten? Muss es denn etwas bedeuten? Möglicherweise geht es gar nicht so sehr um Bedeutung. Was nicht heißt, dass es unbedeutend ist. Vielmehr ist es so, dass die Kategorie Bedeutung/Unbedeutung noch gar nicht zur Existenz gekommen ist. Ein Auffall ist erst einmal nur ein Auffall. Dieser wird registriert neben vielen anderen Auffällen. Deshalb ist das hier so ähnlich wie bei der Option, bei der der Einfall vor dem Auffall kam, nämlich dass sehr auffällige Auffälle andere weniger auffällige Auffälle überdecken können. Was auch hier heißt, dass man diese gar nicht als Auffälle betrachtet. Und hier ist es noch viel offensichtlicher. Ein Auffall, der nicht auffällt, ist eben kein Auffall. Selbst mit einer Existenz an sich. Und der Unterschied zwischen Einfall und Auffall scheint nur die Quelle der Auffälligkeit zu sein. Ich würde fast behaupten, dass die Quelle der Auffälligkeiten immer bei den Sinnen liegt, während die Quelle der Einfälligkeiten entweder eine andere Einfälligkeit sein kann, oder vielleicht sogar eine Auffälligkeit. Lieber Winfried, soviel kurz und knapp zu diesem Thema. Ein Kommentar ist wie immer willkommen. Danke!

  • #12

    Winfried (Mittwoch, 27 April 2022 23:17)

    Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob wir wirklich für alles eine Begründung brauchen. Ich meine, was bedeutet das eigentlich, eine Begründung zu verlangen. Das heißt doch erst einmal, dass man erwartet, dass eine Begründung überhaupt möglich ist. Ich vermute, dass gar nicht groß darüber nachgedacht wird, ob eine Begründung möglich ist. Das wird stillschweigend, und vermutlich auch völlig unbewusst, vorausgesetzt. Denn was wäre das für eine Welt, wo es möglicherweise für bestimmte Dinge keine Begründung gibt, oder sogar geben kann? Ich denke, Begründbarkeit ist einfach gewollt. Sonst wäre die Welt doch buchstäblich unberechenbar. Könnte man damit gut leben? Nun gehen wir einfach mal davon aus, dass diese Voraussetzung nicht gegeben ist. Das bedeutet doch nicht zwangsweise, dass Begründbarkeit nicht möglich ist, vielmehr könnte das auch bedeuten, dass eine Begründung erst erarbeitet werden muss. Das würde auch viel besser passen zur Existenz mit ihrer Aktivität. Die so erzeugte Begründung ist jedoch alles andere als eine lebendige Existenz. Sie ist gewesenes Leben, wie ein berühmter, doch zu wenig bekannter Philosoph, einmal sagte. Demnach sollte man nicht so sehr nach Begründungen suchen, oder sogar danach verlangen, sondern man sollte sie, gemäß dem Wesen seiner Existenz, erarbeiten. Und ich denke, genau das habe ich gerade versucht zu tun, mit diesen wenigen Zeilen. Denn der Satz vom Grunde, ist der Grund des Satzes. Ein Späßchen zum Abschluss. Grüße!

  • #11

    Helmut (Samstag, 23 April 2022 23:20)

    Ich denke, da muss man unterscheiden. Das ist allgemein gesprochen, obwohl ich gar nicht weiß, wie man allgemein spricht. Das heißt nur, dass ich unterscheiden würde, also mache ich den Unterschied. Andere tun das nicht. So unterschiedlich kann das sein. Ja, das Sein und das Können. Da besteht sicher ein enger Zusammenhang, den man sich bei Gelegenheit näher anschauen könnte. Nun haben wir endlich geschafft, was wir schaffen wollten, nämlich ein paar Sätze mit interessanten Wörtern zu finden, als da wären: Unterschied, Zusammenhang, Gelegenheit, Sein, Können. Somit haben wir die erste Stufe erklommen, und im Nachhinein war das gar nicht so schwer. Dann kann es jetzt damit losgehen, die mühsam zusammengesammelten Wörter in einen neuen, und hoffentlich interessanten, Zusammenhang zu bringen. Wann immer sich die Gelegenheit bietet, werden wir es nicht nur versuchen, sondern es auch tun. Dazu ist kein ausgeprägtes Können von Nöten, oder anders ausgedrückt: Alles eine Frage des Seins, und zwar ganz unterschiedslos. An dieser Stelle möchte ich das Experiment beenden, bevor es mich beendet. Doch das spielt am Ende keine Rolle, zumal Rollenspiele an sich eh nicht so mein Ding sind. Mit dinglichen Grüßen!

  • #10

    Winfried (Freitag, 22 April 2022 23:02)

    Gut, dann schreibe ich auch wieder etwas. Denn es heißt ja, dass wer schreibt, beliebt ist. Oder war es beleibt? Und was bedeutet 'beileibe' in diesem Zusammenhang? Das scheint mir nicht beliebig zu sein. Doch genug der Beleibt- und Beliebtheiten. Schließlich geht es hier um alles andere als ein ernstes Thema. Die Frage ist nämlich, ob es hier überhaupt um ein Thema geht? Denn falls es nicht um ein Thema geht, dann bleibt uns nur der Ernst. Wobei ich nicht genau weiß, wo der Kerl gerade steckt. Vermutlich steckt der Ernst im Detail. Ich habe jedenfalls noch niemanden sagen hören, dass der Spaß im Detail steckt. Es gibt ja so Leute, die sehr detailverliebt sind, nicht so die lustige Sorte, oder? Selbst wenn die Details an sich ganz lustig sein können. Man kann sich eben auch über lustige Details unlustige Gedanken machen. Doch will ich das nicht weiter vertiefen. Obwohl es ein sehr tiefgründiges Thema zu sein scheint. Und das ist auch das Problem. Wie soll man denn hier mit so ein paar Zeilen ein dermaßen tiefgründiges Thema abhandeln können? Dazu müsste man schon mindestens ein Buch schreiben, wenn nicht sogar Bücher. So hat das nämlich dieser eine Philosoph gemacht. Der ist immer früh aufgestanden und hat geschrieben. Möglicherweise hatten andere Philosophen viel bessere Ideen. Nur ist von denen nichts bekannt, weil sie liegengeblieben sind und daher nichts aufschreiben konnten. Du siehst, es gibt genau diese zwei Sorten von Philosophen. Es scheint mir ausgeschlossen, dass es noch eine dritte Sorte geben könnte. Wobei ich nicht genau weiß, was mit denen ist, die zwar aufstehen, aber sich gleich wieder hinlegen. Das sind vermutlich Spezialisten für Paradoxien. Ist aber nur eine Vermutung, da ich diese Art von Philosophie selbst noch nie praktiziert habe. Und das scheint mir beileibe nicht beliebig. Doch genug von mir. Gehab dich wohl!

  • #9

    Helmut (Dienstag, 19 April 2022 22:54)

    Das hat eben Vor- und Nachteile, überall Zusammenhänge zu sehen. Zum einen erkennt man in bestimmten Situationen eine Witzigkeit, die ohne diese Zusammenhänge nicht da wäre. Andererseits bezieht man auch mal Sachen aufeinander, oder sogar auf sich selbst, die nicht wirklich etwas miteinander zu tun haben. Wobei ich nicht denke, dass das einen gleich zum Verschwörungstheoretiker werden lässt. Wichtig ist immer das rationale Gegengewicht, das Hinterfragen der vermuteten Zusammenhänge. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es ohne diese Eigenschaft kaum möglich ist, den sogenannten philosophischen Instinkt zu entwickeln. Nur so eine Vermutung. Eine weitere Vermutung ist, dass Super-Recognizer ähnlich konfiguriert sind. Das soll jetzt nicht heißen, dass Leute ohne diese Eigenschaft beispielweise keine Philosophen werden könnten. Das denke ich wirklich nicht. Vielleicht nicht gerade Metaphysiker. Gibt es dazu irgendwelche Studien? Es wird doch alles mögliche untersucht. Egal. Man kann es ja auch als Vorteil sehen, dass keine empirischen Daten vorhanden sind. Da kann man munter drauflos spekulieren. Solange niemand das Gegenteil beweist... Wo der Zusammenhang zu deinem Beitrag ist? Rationale Grüße!

  • #8

    Winfried (Sonntag, 17 April 2022 23:08)

    Ich glaube, dass wir uns im Kreis drehen. Nicht dass mir das keinen Spaß machen würde. Und unter meiner Würde ist es schon gar nicht. Ich bin mir nur nicht sicher, ob das wirklich zielführend ist. Nun stellen wir gern die Frage nach der Ursache, in diesem Falle bezüglich der Kreisbewegung. Das möchte ich hier nicht tun, denn ich bevorzuge eine andere Strategie. Was ist das Kennzeichen der Kreisbewegung? Das ist meine Frage. Und wenn diese beantwortet wurde, dann denken wir uns ganz einfach dieses Kennzeichen weg und schauen was dann passiert. Ein Zugewinn an Freiheit wird zu etwas führen. Jedenfalls wird es nicht bei der Kreisbewegung bleiben, darauf möchte ich wetten. Also los! Her mit dem Kennzeichen! Und bitte keine Antworten, die die Kreisform selbst betreffen. Denn da fehlt der Aspekt der Bewegung. Denn wir starren hier schließlich nicht einfach auf einen Kreis. Es geht um die Essenz der Kreisbewegung. Mit Betonung auf Bewegung. Wie wäre es mit der Wiederkehr des ewig Gleichen? Das gefällt mit schon ganz gut. Denn das hieße ja, dass keine Veränderung stattfindet, was wiederum bedeutet, dass keine Zeit vergeht. Und das heißt, dass die Kreisbewegung zeitlos ist. Gut, damit hätten wir das Kennzeichen herausgearbeitet. Nun müssen wir die Zeitlosigkeit gedanklich weglassen und schauen was passiert. Es treten nun mit und während jeder Umdrehung Veränderungen auf. Ein Alterungsprozess beispielsweise. Und das ist ein sehr gutes Beispiel weil es verdeutlicht, dass es kein Zurück gibt. Und nun zur wesentlichen Erkenntnis. Es gibt zwei Arten, die Sache zu sehen. Einmal von außen. Das ist die abstrakte Beobachtung mit der Feststellung der Kreisbewegung. Und einmal, ich möchte nicht sagen von innen, das ist Quatsch, sondern ich möchte mich hineinversetzen in Lage des sich bewegenden Individuums. Und diese Wahrnehmung ist völlig anders. Dass es im Kreis herum geht, ist völlig nebensächlich. Wichtig ist nur, dass dieses Individuum aktiv ist und daher selbst zeitigend ist. Noch Fragen?

  • #7

    Helmut (Samstag, 16 April 2022 23:05)

    Und was sagt uns das nun? Da frage ich mich doch, weshalb das vorher noch keinem aufgefallen war, oder fast keinem. Und auch die Zukunft wird nicht anders aussehen. Es scheint an der Art und Weise des Denkens zu liegen. Eine eher kulturelle Geschichte. Ganz nett, wenn man es erkannt hat und leicht zu relativieren. Das wird ja auch getan, in gewissen Grenzen, um dann zurückzukommen und irgendetwas anderes zu machen, oder auch nicht zu machen. So pauschal lässt sich das nicht sagen. Ich für meinen Teil halte es damit wie ich es immer gehalten habe, oder ich lasse es einfach bleiben. Wenn man das einmal erkannt hat, dann kann man sich auch mehr auf die Anwendung konzentrieren. Und das ist es doch, worum es eigentlich geht. Jedenfalls für mich, denn nutzlose Theoriengebäude? Schnarch. In diesem Sinne. Derjenige welche.

  • #6

    Winfried (Mittwoch, 13 April 2022 23:38)

    Um mal auf das eigentliche Thema zurückzukommen, du sprichst von Arbeit, doch ist Arbeit immer nur Arbeit an Etwas, oder? Man kann nicht Arbeit bearbeiten, soweit ich weiß. Das heißt, Arbeit ist kein Etwas. Das ist mir gerade noch dazu eingefallen. Jetzt muss ich nur noch herausfinden, was sich mit dieser Erkenntnis anfangen lässt. Zum einen bedeutet das wohl, dass wenn es nur Etwasse gäbe, dann könnte es gar keine Etwasse geben, denn wo sollten die denn hergekommen sein, so ohne Arbeit, die Arbeit wird ja wohl nicht von den Etwassen erledigt. Andererseits kann es auch nicht nur Arbeit geben, denn ohne etwas woran gearbeitet wird, ist es keine Arbeit. Oder so ähnlich. Ich denke, du weißt was ich meine. Heißt das jetzt, dass es schon immer mindestens ein Etwas und auch Arbeit gegeben haben muss? Wenn sich das nur schwer vorstellen lässt, dann sollte man vielleicht besser an seiner Vorstellung arbeiten (schon wieder Arbeit). In diesem Sinne, lieber Helmut. Gehab Dich wohl!

  • #5

    Helmut (Freitag, 01 April 2022 22:28)

    Das will ich gar nicht bestreiten. Nein, das will ich wirklich nicht. Und doch werde ich es tun. Das weiß ich jetzt schon. Der Entschluss ist gefasst. Er wurde gefasst, der Entschluss. Gefasst beim Versuch sich zu entschließen. Denn nur der erfolgreiche Abschluss des Vorgangs des Entschließens kann letztendlich als Entschluss gewertet werden. Insofern ist jeder Ent-Schluss ein Ab-Schluss. Doch nun ist Schluss damit. Vor allem im Sinne einer breit angelegten Bestreitbarkeit. Doch was ist der Wille zur Bestreitbarkeit denn anderes, als der Beschluss zum Entschluss im Sinne eines endgültigen Abschlusses? Ich kann mir beim besten Willen nichts anderes darunter vorstellen. Ich denke, das ist unstrittig. Und warum sollte sich jemand mit sich selbst streiten? Daher muss ich davon davon ausgehen, dass jeder sogenannte Gedanke tatsächlich nur ein Sogenanntes ist. Eine günstige und stabile Konfiguration, zumindest solange bis es eine günstigere gibt. Und die gibt es wohl recht häufig, wenn man den alten Erzählungen glauben schenken darf. Und Schenken ist durchaus noch erlaubt, teilweise sogar üblich. Doch wollen wir es dabei belassen. Grüße an die Nachtigall.

  • #4

    Winfried (Freitag, 25 März 2022 22:17)

    Das ist doch genau das, was ich immer sage. Vielleicht sollte ich aber auch aufhören, das immer zu sagen. Denn es gibt doch noch viel mehr zu sagen. Und was ist mit dem, was sich nicht sagen lässt? Ist das noch mehr, als das, was sich sagen lässt? Mehr und weniger. Falls sich das, was sich sagen lässt und das, was sich nicht sagen lässt, wirklich im Sinne von mehr und weniger vergleichen ließe, dann würde das doch bedeuten, dass die beiden in derselben Kategorie unterwegs wären. Und das macht nun wirklich keinen Sinn. Schließlich ist das nicht-Sagbare nicht zu verwechseln mit dem nicht-Gesagten. Das wollte ich nur nochmal sagen. Denn zur selben Kategorie gehören nämlich das Sagbare, das Gesagte, das nicht-Gesagte und das noch-nicht-Gesagte. Ich denke und sage, dass es dazu nicht viel mehr zu sagen gibt. Denn das Ungesagte bleibt das Ungesagte. Oder?

  • #3

    Helmut (Donnerstag, 24 März 2022 22:36)

    Richtig, am Ende ist alles neu. Und das ist so, weil es tatsächlich ein Ende ist und nicht nur das eingefrorene, erstarrte Bestehende. Bei einem Ende, an dem alles neu ist, ist von der Vergangenheit nichts mehr übrig. Doch wie ist das möglich? Wo kommt das Neue her? Heißt das, dass alles offen ist? Dass es keine Einschränkungen gibt? Das würde bedeuten, dass es sich bei diesem Neuen um das absolut Neue handelt. Reine Potentialität. Das ist schwer vorstellbar, allein wegen unserer Auffassung von zeitlichen Abläufen. Wir können uns diese reine Potentialität nicht vorstellen, außer als eine Bewegung. Vielleicht rhythmisch pulsierend. Vielleicht chaotisch. Es sind keinerlei feste Strukturen erkennbar. So ist eben unsere Vorstellung von reiner Potentialität. So, oder vielleicht auch ein bisschen anders. Und sie ist komplett falsch. Denn bei reiner Potentialität, gibt es nicht die Einschränkungen der Wirklichkeit aufgrund der Notwendigkeit zur Synchronisation mit seinen Nachbarn. Es ist ein Traum ohne jegliche Substanz. Nun, was geschieht eigentlich, wenn zwei solche Potentialitäten aufeinandertreffen? Zwei substanzlose Träume gehen ineinander über. Auch hier sind wir wieder den Grenzen unserer Vorstellungskraft ausgeliefert. Denn Potentialität ist das, was der Substanz vorausgeht. Eigentlich ist es ziemlich einfach. Einerseits schränken sich die beiden Potentialitäten in ihren Möglichkeiten ein, andererseits eröffnen sich aber auch neue Möglichkeiten. Also nichts wirklich Neues. Das immer gleiche Prinzip. Doch genug der theoretischen Betrachtungen. Als Denkmodell mag reine Potentialität ganz interessant sein. Mit der Wirklichkeit hat das nicht viel zu tun. Freue mich wie immer über eine Antwort.

  • #2

    Winfried (Dienstag, 22 März 2022 22:43)

    Danke, Helmut. Wenigstens einer, der sich mal ein paar Gedanken macht. Doch bedenke: Am Ende ist alles neu.

  • #1

    Helmut (Dienstag, 22 März 2022 22:27)

    Mit dem Nachtzug auf dem Weg zur Arbeit. Gibt es das? Und mit dem Tagzug zurück dahin, wo die Arbeit nicht ist. Was für ein Hin und Her! Zügig geht es voran auf geradem und kurvigem Geleise. Nicht sehr laut, besonders nachts, rollt die Welt unter einem hinweg, während man regungslos dasitzt und vor sich hinstarrt. Die berühmte Zugfahrstarre. Diese tritt sehr schnell ein und selten aus. Glücklicherweise. Denn eine austretende Zugfahrstarre ist im Nachhinein betrachtet nichts weiter als eine ausgetretene Zugfahrstarre. Die wird üblicherweise beim nächsten Halt aus dem Zug geworfen, um dann noch eine Weile auf dem Bahnsteig herumzurollen. Was auch interessant ist, wie es den Menschen gelingt, immer wieder ein Bein vor das andere zu setzen. Das machen die meisten so. Ein bewährter Ansatz. Wer darauf verzichten kann oder möchte, dem steht es frei, mit dem Nachtzug zur Arbeit zu fahren. Warum auch nicht? Es gibt viel zu erleben. Zuhause hat man Zeit, diese ganzen Erlebnisse zu verarbeiten, es sei denn, man konnte das bereits im Tagzug erledigen. So machen das wohl die meisten. Oder sie tun wenigstens so. Es soll sogar schon Fälle von vorgetäuschter Zugfahrstarre gegeben haben. Nur, warum täuscht man eine Zugfahrstarre vor? Was hat man davon? Möglicherweise eine Glaubenssache. Es wäre denkbar, dass es einen Kult gibt, wo propagiert wird, man käme in so eine Art Paradies. Die Frage ist, ob das auch mit der vorgetäuschten Zugfahrstarre funktionieren kann. Leider steht niemand zur Verfügung, den man fragen könnte. Ein sehr schwieriges Thema. Schwierige Themen sind eigentlich nichts für schwierige Zeiten. Schwierige Themen sind eher etwas für Zeiten, die nicht wirklich schwierig sind. Oft sind selbst die schwierigen Zeiten nur für andere schwierig. Insofern sollte man die verbleibende Zeit nutzen, um sich mit den schwierigen Themen zu beschäftigen, denn wer weiß, wie lange man noch Gelegenheit dazu hat. Daher zurück zum Thema mit der Frage. Nur mit welcher Frage? Geht es denn nicht auch ohne Frage? Man könnte doch einfach nur Antworten austauschen. Antworten, die keine Antworten sind, weil nie eine Frage gestellt wurde. Auch eine gute Idee für einen Kult. Der Kult der Antworten. Da stellt keiner mehr unangenehme Fragen. Nichts wird infrage gestellt. Ganz im Gegensatz zum Kult der Fragen, der wohl nicht sehr lange existiert haben dürfte. Wahrscheinlich nicht einmal für die Dauer einer Fahrt im Nachtzug zur Arbeit.