Paradox


Achilles und Schildkröte

(Zum Blogartikel: 'Achilles, Schildkröte und Daniel Dennett')

 

Weder Achilles noch Schildkröte haben Zeit.

 

Nicht in dem Sinne, dass sie es eilig haben ans Ziel zu kommen, sondern in dem Sinne, dass im Paradoxon Zeit einfach nicht existiert.

 

Denn wenn Zeit nicht existiert, kann man das Rennen zwischen Achilles und der Schildkröte beliebig schnell oder langsam, vorwärts, rückwärts, oder gar nicht ablaufen lassen.

 

Für das Paradoxon wurde nun ein ganz bestimmtes Szenario gewählt, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

 

Doch wieso existiert Zeit im Paradoxon nicht? Der Sinn des  Paradoxons ist es, die Grenzen eines bestimmten Weltmodells zu zeigen, die Grenzen einer bestimmten Auffassung von der Beschaffenheit der Wirklichkeit.

 

Und dieses Modell kann man Vergleichen mit einem Mechanismus. In einem Mechanismus ist alles vorherbestimmt. Ob man den Mechanismus vorwärts, rückwärts, schnell oder langsam ablaufen lässt, ändert nichts. Alles ist determiniert, reversibel, kausal. Zeit dagegen, ist eine Abfolge von irreversiblen Ereignissen.  

Lügner-Paradoxon

Die logische Diskontinuität des Individuums wird ignoriert. Durch die Anwendung der Logik auf das Individuum, wird es als Bestandteil des logischen Kontinuums behandelt. 

 

Die Aussage des Lügners ist das irreversible Resultat innerhalb eines Prozesses.

 

Dadurch, dass sich die Aussage des Lügners auf seinen eigenen Modus des Aussagens bezieht, wird das Ich des Lügners vom Zuhörer dem logischen Kontinuum einverleibt, was den Zirkelschluss entstehen lässt. Dem Zuhörer ist nicht klar, dass nur die Prozessresultate zum logischen Kontinuum gehören. Die Aktionen, die zum Prozessresultat führen, gehören nicht dazu.

 

Übrigens hätte man das gleiche Problem, wenn jemand behaupten würde, dass er immer die Wahrheit sagt. Man könnte nie mit Sicherheit sagen, ob er wirklich die Wahrheit sagt, denn er könnte ja gerade lügen. Die bekannte Variante ist sicher viel eindrucksvoller, nur verführt sie dazu, sich von der Zirkularität  fesseln zu lassen.