Wahrnehmung


Nun könnte man sich beispielsweise vorstellen, dass der Kommunikationszusammenhang auch die Aktuatorik und Sensorik eines Lebewesens betrifft. Wenn nun eine Änderung in der Aktuatorik  des Lebewesens zu einer bestimmten Bewegung in der Umwelt führt und diese bestimmte Bewegung mit einer bestimmten Änderung in der Sensorik einhergeht,  dann besteht ein wiederholbarer Zusammenhang, der erlernt werden kann.

 

Das bedeutet, die Umwelt ist in den Kommunikationszusammenhang einbezogen. Demnach wäre das, was wir beispielsweise Sehen nennen, die Prozessresultate  komplexer Kommunikationszusammenhänge.

 

Ohne Aktion/Handlung keine Wahrnehmung. Mit dem Sender-Empfänger-Modell lässt sich Wahrnehmung nicht erklären. Es braucht Kommunikationszusammenhänge, die ihre Aktionen, unter Einbeziehung von Bewegung in der Umwelt und Rückmeldung  aus der Umwelt, koordinieren. Das Wahrgenommene sind die Prozessresultate.

 

Oder etwas drastischer ausgedrückt: Sehen ist nicht das Empfangen von Bildern. Sehen ist auch nicht die Konstruktion von Bildern aufgrund von Informationen, die wir aus der Umwelt empfangen. Das beschreibt höchstens unsere Vorstellung von Sehen. Sehen ist genauso das Resultat von Handlungskoordinationen, wie alles andere auch.  Sehen und Gedächtnis machen nur zusammen Sinn. Sie ermöglichen und erweitern die Existenz als mobiles Lebewesen.

 

Hier haben wir die Ursache für die Dualismen.

Der Eindruck einer Sender/Empfänger- oder Bild/Abbild-Situation wird geleistet vom evolutionär entwickelten Nervensystem, um als mobile Struktur in der Umwelt zurechtzukommen. Das ist unser Weltbild.